Pressemitteilung | 31. März 2026
Allianz Commercial-Bericht zu Starkgewittern: Unternehmen können mit KI Risiken senken
- Häufigkeit und Intensität von Starkgewittern haben deutlich zugenommen und führen zu versicherten Schäden in Milliardenhöhe.
- Zu Starkgewittern, auch als schwere konvektive Stürme oder severe convective storms (SCS) bekannt, zählen Tornados, Sturmböen „Derechos“ und Hagel.
- Schäden an Flugzeugen, Gebäuden, Produktionsanlagen sowie Solarparks zählen laut Analyse von Allianz Commercial zu den größten Kostentreibern von Hagelschäden.
- SCS‑Ereignisse sind schwer vorhersehbar, jedoch lassen sich Risiken durch eine Kombination aus klassischen Resilienzmaßnahmen und KI-Lösungen reduzieren.
Im Gegensatz zu Hurrikanen treten Starkgewitter, auch als „Severe Convective Storms“ bekannt, häufig ohne Vorwarnung auf. Schwere konvektive Stürme, landläufig bekannt als Starkgewitter, treten hauptsächlich in den Sommermonaten auf, wenn die Atmosphäre instabil und ausreichend Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. In solchen Gewitterzellen können extreme Winde, Starkniederschläge, Hagel und sogar Tornados auftreten. Sie verursachen erhebliche lokale Schäden und ziehen oft Folgewirkungen wie Sturmfluten nach sich. Ihre Unvorhersehbarkeit hat dazu geführt, dass SCS‑Ereignisse zu einem der größten jährlichen Verlusttreiber für die Versicherungswirtschaft geworden sind: Im vergangenen Jahr entfiel nahezu die Hälfte aller versicherten Naturkatastrophenschäden – insgesamt über 60 Milliarden US‑Dollar – auf diese Ereignisse. Laut Gallagher Re, beliefen sich die kumulierten versicherten Schäden durch Starkgewitter zwischen 2023 und 2025 auf mehr als 200 Mrd. US‑Dollar. Die USA sind dabei der weltweit bedeutendste SCS‑Hotspot und die dortigen versicherten Schäden machen mehr als 80 Prozent des globalen Werts aus. Diese Entwicklung spiegelt sich im aktuellen Allianz Risk Barometer wider, in dem Naturkatastrophen auf Platz fünf der größten Geschäftsrisiken stehen und seit Jahren eine konstante Präsenz in der jährlichen Risikobewertung von Unternehmen haben.
Während Tornados häufig die Schlagzeilen bestimmen, werden die größten SCS-Schäden in der Regel durch Hagel verursacht. Schätzungen zufolge entfallen 50 bis 80 Prozent aller Schäden auf Hagelstürme. Auch wenn die USA hier besonders stark betroffen sind und die höchsten Schäden verzeichnen, zeigen Daten von Allianz Commercial, dass auch Deutschland erhebliche Verluste durch Hagel erlitten hat und auf Platz vier mit einem Anteil von elf Prozent der globalen Hagelschäden steht.
Starke Winde – vor allem durch Tornados und sogenannte Derechos – sind global der zweitwichtigste Schadenverursacher. Derechos sind langgezogene Gewitterlinien, die flächendeckend starke Sturmwinde verursachen können. Der Aufbau von Resilienz gegenüber diesen Gefahren sollte daher für jedes Unternehmen mit Standorten in risikoreichen Regionen weit oben auf der Agenda stehen. Gleichzeitig erfordert der Umgang mit diesem Risiko mehr als klassische Szenario-Planung. Neue Ansätze mit KI-Unterstützung sind in der Lage, physische Schwachstellen im Voraus zu erkennen, was eine proaktive Risikominimierung ermöglicht und so die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen stärkt.
Thomas Lillelund, CEO von Allianz Commercial, kommentiert: „Schwere konvektive Stürme werden nach wie vor häufig als sogenannte ‚Sekundärgefahr‘ eingestuft. Diese Kategorisierung spiegelt ihre tatsächlichen Auswirkungen jedoch kaum noch wider. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die kumulierten Schäden jene etablierter Primärgefahren wie Hurrikans übersteigen können. Dieser Wandel unterstreicht die Notwendigkeit für Unternehmen, die neue Risikolandschaft zu verstehen und gleichzeitig ihre operative Widerstandsfähigkeit zu stärken. Dafür sollten sie lokale Risikoinformationen mit proaktiven Maßnahmen kombinieren, die sowohl physische Schäden als auch Betriebsunterbrechungen reduzieren.“
Steigende Schäden durch Inflation und wachsende Exponierung
Die Exponierung gegenüber schweren konvektiven Stürmen hat sich durch Bevölkerungswachstum und die Ausdehnung von Siedlungs- und Industrieflächen in gefährdete Regionen verstärkt. Trotz ihrer meist begrenzten räumlichen Ausdehnung und kurzen Dauer können SCS‑Ereignisse insbesondere in dicht besiedelten Regionen massiven Zerstörungen verursachen und sind damit ein zunehmend bedeutender Treiber wirtschaftlicher und versicherter Schäden. Hagelstürme betreffen in erster Linie Gebäude, insbesondere Dächer, sowie Fahrzeuge aller Art. Ein einzelnes, Tennisball-großes Hagelkorn kann Geschwindigkeiten von bis zu 215 km/h erreichen. Schadensdaten von Allianz Commercial verdeutlichen, dass Hagelschäden nicht nur immer häufiger auftreten, sondern auch ihren Charakter verändern. Was früher als gewöhnlicher Sachschaden galt, betrifft heute zunehmend hochwertige Vermögenswerte – von Flugzeugflotten bis hin zu Solaranlagen. Die Schadenshöhe erreicht mittlerweile ein Ausmaß, das eine grundlegend andere Herangehensweise erfordert.
Risikominimierung als zentrale Priorität für Unternehmen
Welche Maßnahmen zur Schadensbegrenzung geeignet sind, hängt stark von der Art der Geschäftstätigkeit und den jeweils vorherrschenden Wettersystemen ab. Ein Rechenzentrum im Tornado-Korridor der zentralen USA benötigt andere Resilienzstrategien als ein Autohaus in einer hagelgefährdeten Region Nordspaniens. Szenarioanalysen sind ein zentrales Instrument zur Bewertung von Klimarisiken und zum Aufbau von Widerstandsfähigkeit, da sie Unternehmen helfen, die Auswirkungen unterschiedlicher Klima-Szenarien auf ihre Vermögenswerte, Betriebsabläufe und die langfristige Performance zu verstehen. Statt erst nach einem schweren Sturm zu reagieren, können Unternehmen mithilfe KI‑gestützter Analysen Schwachstellen an Dächern, Fassaden oder kritischen Anlagen frühzeitig erkennen und gezielt investieren, um zukünftige Schäden zu minimieren. Sie machen verborgene Schwachstellen sichtbar, identifizieren mögliche Kipppunkte und zeigen auf, wie sich Risiken im Zeitverlauf verändern könnten.
Michael Bruch, Global Head of Risk Advisory Consulting Services bei Allianz Commercial, erklärt: „Traditionelle Katastrophenmodelle stoßen an ihre Grenzen, wenn es darum geht, objektspezifische Risikofaktoren wie Dachtypen oder die kumulativen Auswirkungen von Gefahren wie Hagel auf Gebäude abzubilden. Wenn KI fest in die Kernprozesse des Risikomanagements integriert wird, liegt ihr größter Mehrwert für Kunden darin, intelligentere, evidenzbasierte Resilienz-Strategien zu ermöglichen, die sich an wandelndes Wettergeschehen anpassen, statt sich auf historische Durchschnittswerte zu verlassen. Ein daten‑ und KI‑gestütztes Risikomanagement ist die Zukunft und essentiell, um Firmen in einem volatilen Klimaumfeld Wachstum zu ermöglichen.“
Photo: Adobe Stock
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