Allianz Risiko Barometer: Automobilbranche sorgt sich vor Betriebsunterbrechungen und Cyber 

Pressemitteilung | München | 23. Februar 2022
  • Branchenanalyse der weltweiten Allianz Umfrage: Die Angst vor Betriebsunterbrechungen sind für Unternehmen aus der Automobilbranche und vergleichbaren verarbeitenden Betrieben das wichtigste Geschäftsrisiko in 2022.
  • Auch Cyberangriffe bleiben eine zentrale Herausforderung, gefolgt von Naturkatastrophen, die ganz neu in den Top 3 sind.
  • Risiken aus Feuer und Explosionen, sowie die Gefahr von Rückrufen und Qualitätsmängel sind die weiteren Top-Risiken unter den ersten fünf Plätzen. 

Zwei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie – in dessen Folge viele verarbeitende Betriebe mit Lieferengpässen und Betriebsunterbrechungen zu kämpfen hatten – bleibt die Sorge vor einer Betriebsstörung die größte Sorge für die Unternehmen. Im Allianz Risiko Barometer 2022 gaben die Befragten aus der Automobilbranche an, dass sie sich weltweit am meisten vor Betriebsunterbrechung fürchten (68 % der Antworten). Die Angst vor Cyber-Vorfällen rangiert auf dem zweiten Platz (53 %). Naturkatastrophen steigt auf Platz drei auf (29 %).

Das Allianz Risiko Barometer 2022 erschien im Januar 2022 zum 11. Mal. An der jährlichen Umfrage, die zum Jahresende 2021 durchgeführt wurde, beteiligten sich diesmal rund 2.650 Experten in 89 Ländern und Territorien, darunter CEOs, Risikomanager, Makler und Versicherungsexperten. Die Zahl der Teilnehmer aus der Luftfahrtindustrie weltweit belief sich auf 73.

„Im Jahr 2021 kam es zu Betriebsunterbrechungen in noch nie dagewesenem Ausmaß, die durch verschiedene Auslöser verursacht wurden. Dieses Jahr verspricht nur eine allmähliche Entspannung der Lage. Der Aufbau von Widerstandsfähigkeit gegen die zahlreichen Ursachen von Betriebsunterbrechungen wird deshalb zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil für Unternehmen“, sagt Jürgen Wiemann, Leiter der Sachversicherung der Allianz Global Corporate & Specialty in der Region Zentral- und Osteuropa. So wurde einer der größten Betriebsunterbrechungsschäden, die die Versicherungswirtschaft in jüngster Zeit zu beklagen hatte, durch einen Brand in einem japanischen Halbleiterwerk ausgelöst, der die Chipnachfrage und Unterbrechung der Lieferkette in der Automobil- und Elektronikbranche verschärfte. „Als AGCS beobachten wir als Folge der aktuellen Betriebs- und Lieferketten-Störungen eine wachsende Bereitschaft des Top-Managements, mehr Transparenz in die Lieferketten zu bringen und bisherige Zulieferstrategien zu überdenken. Unternehmen investieren in Werkzeuge und arbeiten mit Daten, um die Risiken besser zu verstehen, Lagerbestände oder Puffer und Redundanzen aufzubauen sowie Notfallpläne für die Geschäftskontinuität zu erstellen.“

Auch die Automobilbranche digitalisiert sich – und damit werden auch die Angriffsflächen für Cyberangriffe größer. Platz 2 im aktuellen Ranking macht diese Gefahr deutlich. Meist steht eine finanzielle Motivation hinter den Attacken. So werden Schwachstellen ausgenutzt, um etwa personenbezogene Daten oder auch Forschungs- und Entwicklungsdaten zu erbeuten. Industriespionage ist ein weltweit sehr ernstzunehmendes Problem in der Automobilbranche. Darüber hinaus sind auch Angriffe auf Zulieferer denkbar, um die Lieferkette zu unterbrechen und Lösegelder zu erpressen. Zum anderen sind auch direkte Angriffe auf Fahrzeuge denkbar. Sicherheitsexperten ist es bereits gelungen, über Remote-Zugänge Autotüren zu entriegeln oder Alarmanlagen auszulösen. Ein Sicherheitsrisiko für Fahrer kann sich ergeben, wenn Schwachstellen den Weg zur Kontrolle über das Fahrzeug freimachen.

Neben Cyber-Vorfällen sind auch Naturkatastrophen zurück auf einem der drei Top-Plätze der Branche. Die Flutkatastrophe Bernd in Deutschland und Westeuropa, aber auch Wetterereignisse in den USA oder China lehrten die Autoindustrie, dass sekundäre Gefahren wie Überschwemmungen, Starkregen, Gewitter, Tornados und sogar Winterfrost an Häufigkeit und Schwere zunehmen und Unternehmen wetterfester werden müssen. „Frühere Jahrhundertereignisse könnten in Zukunft häufiger auftreten, auch in Regionen, die in der Vergangenheit als 'sicher' galten. Darauf müssen auch Autohersteller reagieren“, sagt Jürgen Wiemann.

Risiken aus Feuer und Explosionen (26% der Antworten), sowie die Gefahr von Rückrufen und Qualitätsmängel (18% der Antworten) sind die weiteren Top-Risiken im Ranking.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Allianz Risk Barometer 2022 finden Sie hier

Die Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) ist ein weltweit führender Anbieter von Industrieversicherungen und eine wichtige Geschäftseinheit der Allianz Gruppe. Wir bieten – über zehn speziellen Versicherungssparten – RisikoberatungSchaden- und Unfallversicherung und alternativen Risikotransfer für ein breites Spektrum von Firmen-, Industrie und Spezialrisiken.

Unsere Kunden sind so vielfältig wie die Wirtschaft. Sie reichen von den 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt über kleine Firmen bis hin zu Privatpersonen. Darunter sind führende Konsumgütermarken, Technologieunternehmen und die globale Luft- und Schifffahrtsindustrie ebenso wie Satellitenbetreiber oder Hollywood-Filmproduktionen. In einem dynamischen, multinationalen Geschäftsumfeld suchen sie bei der AGCS nach intelligenten Antworten für ihre größten und komplexesten Risiken und vertrauen auf unsere hervorragende Leistung im Schadensfall.

Weltweit beschäftigt die AGCS rund 4.400 Mitarbeiter an eigenen Standorten in über 30 Ländern und ist über das Netzwerk der Allianz Gruppe oder von Partnern in über 200 Ländern und Gebieten vor Ort. Als eine der größten Schaden- und Unfallversicherungseinheiten der Allianz Gruppe verfügen wir über starke und stabile Finanzratings. Im Jahr 2020 erwirtschaftete die AGCS weltweit Bruttoprämien in Höhe von insgesamt 9,3 Milliarden Euro.

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